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Friday, 19 June 2015

Keep calm and muddle through it: three reasons why a Grexit will not happen

Greek talks must yield immanent agreement,” “Greek exit from euro appears increasingly likely,” “last opportunity” – I can’t take it anymore. For months my Facebook page has been spammed with doomsday scenarios. Every meeting is interpreted as a sign of the coming Grecopalypse. Every statement by a European politician is seen as revelation. Every day is the final chance for the Greek government to avert disaster. Enough. It is clear that this is nothing but a desperate attempt to keep an audience fixed on a topic that is starting to bore them. Of course I am no prophet either, but here are three reasons why Greece will most certainly not leave the eurozone.

Firstly, the Greek government continues to successfully place its government bonds on the global bond market. Only yesterday Greece sold government bonds at a reasonable interest rate of 2.5%. If Greece were going bankrupt, it certainly isn’t showing on the international bond markets.

Secondly, the eurozone governments are aware of the consequences of a Grexit. It may be true that the exposure of eurozone banks has decreased dramatically over the last four years (French exposure to Greek debt is approaching zero); nevertheless, if one country drops out of the eurozone, financial speculation will surely target the next. Remember that the reason for the explosion of Greek debt level has been a skyrocketing interest rate on Greek government bonds following the financial crisis and the instability of the Greek banking sector. These interest rates could only be financed using the EU/IMF bailout money. From the point of view of financial speculators, the Greek sovereign debt crisis has been a hugely successful endeavour. If Greece drops out, the next country will surely follow. Avoiding this scenario of a potential collapse of the eurozone is in everybody’s interest. Also, while Mrs Merkel is certainly no friend of mine, she does see herself as a European with heart and soul. She doesn’t want the European project to fail while she is chancellor. 

Thirdly, from the point of view of the Greek government, the consequences of a Grexit would be absolutely catastrophic. You have probably read the Greek version of the Book of Revelation – but let me remind you of the best parts: pensions and public servants’ salaries would be received in a worthless currency; inflation would make imported products (like petrol) unaffordable; Greece has very little to export and thus has no way of getting out the mess in the medium-term future. Rising unemployment would lead to riots, demonstrations and finally new elections. A victory of far-right groups is not unthinkable. Any deal with the EU and the IMF is better than this.

Now, keep calm. You’re convinced...right? All this panic is all just a media scam... Surely, our representatives will act rationally...in the end…* So, I really hope that this post will be widely read, have a huge impact and become a self-fulfilling prophecy. Otherwise I fear that we may all wake up from the European dream into a neo-nationalist nightmare.


*PS: Okay, fine. People don't act rationally. Neoliberals assume that they do, but they don't. A Greek default would thus be the ultimate defeat of rationalism and neoliberalism. Yet another reason why it can't happen.

Friday, 14 June 2013

Irrwege der Sparpolitik Teil I: Die Fehldeutung der Krise

Vor ein paar Tagen stellte sich der französische Präsident Hollande bei einer Konferenz mit japanischen Unternehmen ans Rednerpult und verkündete lautstark: „Die Krise ist vorbei!“ Wow, das sind ja tollte Nachrichten. Leider hat die OECD gleichzeitig ihre diesjährige Wachstumsprognose für die Eurozone auf -0,6% nach unten korrigiert. Nach vier Jahren Austerität zeigen sich noch immer keine Erfolge, und ich befürchte dass die Sparpolitik Europa in einen Abgrund treibt, aus dem es kein Entkommen mehr gibt. Die Sparpolitik gehört nicht bloß abgeschwächt, sondern abgeschafft.

Dieser Post soll der erste von einer Reihe von Artikeln zu den Fehlern der Sparpolitik werden, und er orientiert zu einem großen Teil an einem Artikel von Robert Boyer zu diesem Thema. Einer der Hauptgründe für des unweigerliche Scheitern der Sparpolitik ist eine fehlleitete Diagnose der Krise – Europas Poltiker verschreiben Antibiotika gegen einen Virus. Eine Grundannahme der Austerität ist, dass die Krise durch unverantwortlich hohe Staatsausgaben verursacht wurde, während sie im Grunde nur ein Auswuchs des privaten Kreditbooms in den USA ist, der auch zur Finanzkrise geführt hat.

Hollande in Japan: "Die Krise ist vorbei!"
Die Deregulierung der Finanzindustrie in den 80er Jahren hat es erlaubt, dass Kredite mit geringer Bonität* abgesichert wurden, indem man sie in Kreditpaketen mit Krediten hoher Qualität vermischte. Man nahm an, dass dadurch des Ausfallrisiko dieser Kredite auf in Minimum reduziert werden könnte, was dazu führte, dass immer mehr der ärmsten Amerikaner Kredite bekommen konnten. Die Banken fühlten sich von der Verantwortung befreit, sich sorgfältig ihre Schuldner auszusuchen, und eine Immobilienblase begann zu wachsen. Der freie und unbesteuerte, weltweite Handel mit Finanzprodukten brachte diese toxischen Kreditpakete unweigerlich auch nach Europa, und als die Blase platzte, mussten die meißten EU-Mitgliedsstaaten ihre ruinierten Banken mit staatlichen Rettungspaketen unter die Arme greifen. Die Krise ist nicht das Ergebnis unverantwortlicher Haushaltspolitik, sondern eines deregulierten Finanzmarktes. Spanien hatte 2008 dank seines boomenden Immobilienmarktes sogar einen Haushaltsüberschuss.


Gründe der Deregulierung der Finanzindustrie

Die wachsende Ungleichheit in den USA
Die Geschichte der Krise beginnt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als eine keynesianische Wirtschaftspolitik zu Jahrzehnten nachhaltigen und stetigen Wachstums beitrug. Bis in die später 70er Jahre stiegen sowohl die Produktivität als auch die Gehälter immer mehr an. Als dieser Trend dann in den USA ins Stocken gerat, begannen die Löhne von gering ausgebildeten Arbeitern zu stagnieren. Gleichzeitig stiegen aber die Gehälter für Fachkräfte weiter an, und es bildete sich eine Einkommensschere. Weitreichende Sozialsysteme gleichten diese Entwicklung anfangs noch aus, doch sie basierten auf der Solidität der Reichen gegenüber der Armen, und in den 80er Jahren regten sich erste Widerstände. Die staatlichen Sozialsysteme mussten immer stärker durch Kredite finanziert werden, und die Staatsverschuldung stieg massiv an. Insofern kan man öffentliche Schulden aus Versuch der Regierungen verstehen die steigende gesellschaftliche Ungleichheit auszugleichen.

Die Finanzindustrie wurde nicht nur durch die wachsende staatliche Schuldenabhängigkeit immer wichtiger, sondern auch dadurch, dass man versuchte, trotz der stagnierenden Produktion künstlich Wachstum zu erzeugen. Wirtschaftswachstum und hohe Staatsausgaben konnten nur durch Innovation in der Finanzindustrie aufrecht erhalten werden, und die Deregulierung des Finanzsektors wurde als beste Methode angesehen, dies zu erreichen – diese Deregulierung ist somit als Wurzel des Finanzkrise von 2008 anzusehen, durch die die Sparpolitik ausgelöst wurde.


Strukturelle Probleme in der Eurozone

Die Polarisierung von
Außenhandelsüberschüssen/-defiziten in Europa
Die Probleme von finanzgetriebenem Wachstum  wurden in Europa durch die Währungsunion von 1999 verschärft. Die Einführung des Euro unter strengen, anti-inflationären Regeln hat die Mitgliedsstaaten an einer künstlichen Währungsabwertung gehindert, und die Eurozone ist so konstruiert, dass es keinen organisierten Ausgleichsmechanismus für dieses Problem gibt. Es wurde einfach angenommen, dass sich durch mehr Preistransparenz die wirtschaftliche Lage in den Mitgliedsstaaten angleichen würde; die Realität jedoch sah ganz anders aus. Sogar noch vor der Bargeldeinführung 2002 begann sich die Eurozone zu teilen: da die Regierungen noch immer mit dem Versuch beschäftigt waren ihre Sozialsystem aufrecht zu erhalten, musste Geld beschafft werden, und das funktionierte nicht über eine exportanregende Währungsabwertung. Deutschland betrieb eine deflationäre Niedriglohnpolitik, die den gleichen Effekt auslöst, und die Deutschland zum Exportweltmeister machte. Andere Mitgliedsstaaten besaßen keine großen Produktionskapazitäten, und konzentierten sich stattdessen aus kreditgetriebenes Wachstum und auf ihre Finanzsektoren. Diese Länder waren 2008 dann besonders verwundbar, als die amerikanische Immobilienblase platzte.


Die Sparpolitik ist die falsche Heilmethode

Der Mythos von unverantwortlichen Staatsausgaben ist äußert oberflächlich, und bricht bei genauerem Hinschauen in sich zusammen. Wenn die Kommission ihren Diskurs und ihre Politikempfehlungen nicht fundamental ändert, wird sich Europa nicht erholen können. Die Regulierung der Finanzmärkte, und die Einrichtung eines permantenten europäischen Solidaritätsmechanismus sind von zentraler Bedeutung für die Zurückgewinnung wirtschaftlicher Stärke, und für den Erfolg des Projekts Europa. Die Sparpolitik zerstört nicht nur die Wirtschaft, sondern sie verpflanzt die wirtschaftliche Spaltung Europas in die Köpfe seiner Bürger.

Harald Köpping


* Kurz gesagt ist die Bonität die Wertigkeit eines Kredits. Je höher die Bonität, desto größer ist die Chance, dass dieser Kredit in die Bank zurückgezahlt wird.


Bitte lest auch: Boyer, R. (2012). The four fallacies of contemporary austerity policies: the lost Keynesian legacy. Cambridge Journal of Economics, 36. 283-312.

Tuesday, 28 May 2013

The Misleading Change of Focus in the European Commission’s Discourse on Economic Policy

Olli Rehn
So, this morning I read in the papers that the European Commission said that the Member States should “shift the EU's policy focus from austerity to structural reforms to revive growth.” The authors quote a European Commission official who said that “the main message will be that the emphasis is shifting to structural reforms from austerity.” That sounds interesting, I thought, so I read further in the hope to see a change of discourse by the European Commission just as the article describe. In the last couple of years my hope has been that the European Commission will initiate an alternative discourse within the EU. I am not hoping that the Commission will promote hardcore neo-Keynesian policies tomorrow, but I still hope that it will stop stigmatizing individual countries, and perhaps understand that there are more structural problems within the Eurozone, promoting an approach that focuses on sustainable growth. I can’t describe my disappointment at the end of the article, and I would say that the article is misleading and even dangerous because the title and the first ten lines suggest something completely different from what the article actually says.

So to cut a long story short, the Commission has not stopped promoting neoliberal policies – it has merely changed its justifications. So instead of cutting expenditures and increasing taxes to reduce budget deficits and obtain fiscal consolidation, Member States should reduce the minimum wage when it is too high like in France, or “open up closed professions like taxi drivers.” (What does that remind me of? Oh yeah, they did the same in Greece, wanting to open up the taxi market. I mean of course, people want to become taxi drivers – that was their dream job when they were kids! I have to say at this point that this completely failed in Greece, because now no one takes cabs anymore and it has become somewhat of a luxury. So what exactly is the point of becoming a taxi driver if you have no costumers?). The Commission also wants France to reduce the really rigid labour code, to basically reduce workers’ protection from getting fired.

I have to say this should not really surprise me. The lack of imagination of the Commission’s staff is really worrying. This recycling of old ideas has become a bit annoying, especially because in Greece this has been done for three years and Greece still has one the biggest unemployment rates in the Eurozone. I don’t really get how it’s going to work for France. We are one year away from European elections, and I fear the rise of Eurosceptisicm once again. No one has actually explained that the problem is not the Commission itself, but the people at its top, the composition of the European Parliament and the Composition of the Council. In those three institutions, there is a majority of right wing, conservative/liberal politicians. What are they supposed to say? Let invests to have growth? No, this has never been their ideology. So it is not surprising. So goes the famous quote by Jean Monnet: “Nothing is possible without men and women, but nothing is lasting without institutions.” Monnet also says that nothing is possible without people; people and their ideas matter as much as institutions. So perhaps we should start being more critical of the people who are dictating these policies and not of the institutions. I mean let’s not forget that Olli Rehn is a liberal, member of the Center Party in Finland, what was he supposed to suggest?


Some media just have no critical analysis whatsoever! They only repeat what the Commission says. 

A. A.

Tuesday, 14 May 2013

EUtopia Lost? Thoughts on Austerity

I am truly worried about Europe. I am currently marking essays on the effects of austerity on the eurozone. Perhaps two out of 250 students wrote that deeper integration of the EU would be a way out of the crisis. As a Europeanist, I had always placed my hopes in my generation: a generation of travellers and exchange students, a generation that loves to learn new languages, a generation that experiences the achievements of European integration every day when they use the euro. I read today that particularly the youth of the European south is losing confidence in the European institutions. In France the majority believes that European integration has harmed the French economy. Austerity is devouring the backbone of this Union.

Europe's youth is becoming disillusioned
One would think that the idea of austerity as a means to resolve economic crises had been abandoned ages ago. John Maynard Keynes understood in the 1930s that times of crisis require programmes to boost the economy, and that do not suffocate it. Nevertheless, Europe has chosen the path of austerity. When Germany’s unemployment surpassed reached nearly 5 million in 2005 (11,4%), the Schröder-government introduced austerity measures to fight unemployment. Unemployment benefits were controversially cut quite radically, and the German welfare system received a serious blow. Nevertheless, the policy was afterwards justified by its success. Germany today has one of the lowest unemployment rates in the EU, and it is among the few countries that have survived the crisis relatively unscathed. Following the German example of the 2000s, countries lacking an industrial base embraced austerity, thereby fulfilled conditions that allowed them to receive bail-outs from the IMF and the eurozone. Germany is competing with China over the title of being the world’s largest exporter. Its entire economy is built around exports. A policy that keeps wages low has the same effect as the devaluation of one’s currency. However, such policies only make sense if the economy is based on exports. The economies of the European south are based on domestic consumptions – austerity is bound to fail. The current German dominance in Europe is encouraging the application of a model that is not applicable to economies like those of Spain or Greece.

At the same time, unemployment skyrockets. Europe is largely a post-industrial region with the lowest fertility rate in the word. Never has there been a generation that is proportionally as tiny as mine. While 35% of the population were below 20 in 1950, today merely 20% are below 20. I am part of a small generation, but youth unemployment is higher than ever. Austerity has caused youth unemployment in Spain to skyrocket from 17% in 2007 to over 50% in 2013. Greece, Portugal, Italy and Ireland have experienced similar developments. The blame for this is inevitably and rightly directed at European leaders. Instead of regulating a banking industry that has caused the crisis in the first place, it was decided in the European Council to implement austerity measures that have crippled half the continent. The European Council is an intergovernmental institution that it dominated by the strongest member states, and most Europeans have no say about who leads those member states. There is a time for any emotion, and if you understand what is going on here, you have every right to feel frustration, helplessness, and also anger, against the incompetence, coldness and supposed hyper-rationality of the politicians of our time.

Youth unemployment in the EU
In the the Bible says that a people without vision are doomed. I had always thought that the unification of Europe could provide this vision - I see it not only as a vision for Europeans, but for all of humanity, because it proves that people can work together, and that national divisions are insignificant. This EU has no chance to survive unless its institutions are fundamentally reformed, allowing for a European government that is democratically elected by all Europeans. Austerity is not the choice of Europeans – democracy in the EU is also in crisis. Austerity turning the tides against European integration, and if you believe that the crisis is over, think again.

Harald Köpping